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Katharina & Joerg on tour

5. TAG: Goodbye Vegas! Hello San Francisco!

2 Kommentare

Wir hatten nun die letzte Nacht im Monte Carlo hinter uns und es kam die Zeit erstmal Las Vegas goodbye zu sagen… Die Koffer hatten wir schon Abends gepackt. Unser Flug nach San Francisco ging um 13:48 Uhr los, also hatten wir noch viel Zeit. Mein Brautstrauß sah noch so frisch aus wie am ersten Tag obwohl er nicht im Wasser gewesen war und ich konnte mich nicht von ihm trennen; also nahmen wir ihn mit.

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Las Vegas: Navy Figuren in einem Shop am Flughafen

Gegen 11 Uhr machten wir über den Fernseher den Schnell-Checkout (sehr praktisch!) und fuhren mit dem Aufzug runter. Ich hatte meinen Brautstrauß am Koffer befestigt und ein junger Kerl fragte uns im Aufzug, ob wir geheiratet haben. Daraufhin fragte er, ob er für uns beten dürfte. Wir meinten, dass wenn er es gerne tun möchte, das auch machen kann. Wir stiegen aus dem Aufzug, holten die Koffer heraus und dann kam er auf uns zu und fragte, ob er jetzt hier für uns beten dürfe, damit wir sehen, dass er es wirklich ernst meint. Wir waren verdutzt und willigten ein. Er nahm uns an den Händen, machte die Augen zu und predigte laut vor sich hin. Wir bedankten uns für seinen Segen und gingen dann zum Ausgang und warteten auf unser Auto. Der Mann von dem Aufzug entdeckte uns dann dort wieder und gab uns seine Visitenkarte, er hieß Corey, kam aus Fort Worth (Texas) und arbeitete bei der Eagle Mountain International Church, aha.

Rückgabe des Mietwagens bei Alamo

Wir fuhren nun gemütlich zur Alamo-Station um unseren Mietwagen abzugeben und wunderten uns, wie unproblematisch das ablief: Man fährt das Auto vor, räumt die Sachen aus, lässt den Schlüssel stecken, bekommt vom Mitarbeiter ein Empfangsbeleg (er scannt das Auto praktisch ein) – fertig! Man sollte am besten den Beleg überprüfen, ob die Summe von 0 $ darauf ausgewiesen ist, dann hat man die Sicherheit, dass alles OK gelaufen ist und keine Kostenüberraschung folgt. Wenn man sich bei der Abholung des Wagens für ein Upgrade entscheidet, würde man bei der Abgabe auf dem Beleg den  Aufpreis ausgewiesen bekommen.
Nach der Mietwagenrückgabe fuhren wir von Alamo mit dem kostenlosen BusShuttle zum Flughafen.

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Die Fahrt vom Flughafen nach San Francisco

Am Flughafen

Vor Ort konnten wir an einem Computer unsere Tickets nach Eingabe der Buchungsnummer selbst ausdrucken und sind zum Check-In, wo unsere Koffer gewogen und Flugnummernaufkleber angebracht wurden. Dann bekamen wir die Koffer wieder und sollten diese ein paar Meter weiter abgeben – das fanden wir ein wenig verwirrend. Wir mussten also zur Abgabestelle unserer Fluggesellschaft gehen, aber nirgends konnten wir West America finden und haben erst bei Nachfrage erfahren, dass West America nun US Airways hieß und wir nun dort unsere Koffer abgeben sollten.

Bis auf unsere Rucksäcke waren wir nun gepäckfrei und bummelten durch die Flughafengeschäfte. In der Einkaufspassage waren sogar etliche Spielautomaten aufgestellt, die auch stark genutzt wurden. Wir gingen ins TexMex und bestellten uns dort Fish & Chips und Chickenfingers – dazu Pepsi. Die Getränke kamen sofort, zur Hälfte mit Eis gefüllt, das Essen war lecker,  Jörg war mit seiner Pepsi halb fertig und schwuppdiwupp wurde sie ihm weggenommen. Er schaute überrascht doch nach ein paar Sekunden bekam er sein Glas aufgefüllt wieder hingestellt. Uns wurde klar, dass hier wieder „free refill“ angesagt war. Tja, in Deutschland wird man gerade in den Restaurants bei den Getränken abgezockt.

In einem der Flughafenshops entdeckten wir sehr detaillierte Figuren, die in allen Variationen amerikanisches Heldentum darstellten. Vom Polizisten, der ein kleines Kind beschützt, einem Feuerwehrmann, der ein Kind auf den Armen trägt oder ein Soldat, der einem Kameraden hilft. Stolz auf echte Helden oder kitschiger Patriotismus?

Nun passierten wir die Sicherheitskontrolle, vor der wir zu unrecht vorher gehörigen Respekt hatten, aber das Personal behandelte uns wie Kunden und nicht wie potentielle Verbrecher; ein Gefühl, das ich in Deutschland nie so ganz loswerde. So nahmen wir im Flug HP873 die Sitze 4B und 4C ein. Geplant war der Flug von 13:48 bis 15:15, letztlich landeten wir aber erst um 15:40 Uhr in San Francisco. Beim Anflug auf San Francisco versuchten wir schon uns an der Form der Bucht zu orientieren, aber das scheiterte an ihrer bei weitem unterschätzten Größe.

Nachdem wir nach einer Weile die Koffer vom Laufband nehmen konnten, sahen wir uns am nahe gelegenen Ausgang nach einem Taxi um.

Richtig vertrauenerweckend war unser indischer Jaswinder Singh ja nun nicht, zudem nuschelte er extrem, aber plötzlich standen wir vor unserem Hotel, dem Best Western Americania. Wir zahlten die etwa 35 Dollar plus 5 Trinkgeld.

Im Hotel

Daryl, am ehesten zu vergleichen mit einem freundlich-väterlichen Denzel Washington begrüßte uns offenherzig und teilweise auf deutsch an der Rezeption. Er wusste sofort, dass wir in den Flitterwochen waren und hatte uns daher umquartiert… direkt gegenüber der 4-spurigen Einbahnstraße ins Best Western Carriage Inn… in ihr bestes Zimmer und dazu kostenloses Frühstück. Später stellten wir fest, dass direkt nebenan zwei weitere Best Western Motels standen und, ganz wichtig, eine Pizzeria, die auch aufs Zimmer lieferte.

Zimmer 1413 in der zweiten Etage war unseres. Die Lage des kostenlosen Whirlpools und des Eiswürfelautomaten sind dazu immer die ersten Informationen, die man in einem Motel mit auf den Weg bekommt. Unser Zimmer war wirklich der Hammer und sollte für uns das Schönste der Reise bleiben. Es war zwar viel kleiner als die Suite im Monte Carlo, aber urgemütlich und nicht allzu altbacken amerikanisch eingerichtet. Ein Kamin gehörte ebenso dazu wie ein schöner Schreibtisch am großen Fenster und die Toilette war sogar behindertengerecht (darauf wird meines Gefühls nach gemeinhin viel mehr geachtet als in Deutschland). Sogar Bademäntel hingen im Schrank … die hatten wir nicht mal im Monte Carlo! Im Schrank hing dann der Tagespreis für das Zimmer, 250 $, aber später erfuhren wir, dass man sich an diesen Schildern nicht orientieren darf.

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San Francisco: Best Western Carriage Inn

Bald fanden wir einen Zettel, auf dem wir unser Frühstück für den nächsten Tag aussuchen sollten, einfach durch ankreuzen. Kaffee, Tee, Kakao, O-Saft, Zerealien, Cornflakes, Muffins, Hörnchen, wow! Ballaststoffe weit gefehlt, aber das weiß man ja als Amerikareisender. Dieser Zettel muss dann bis zu einer bestimmten Uhrzeit (spät in der Nacht, also auch für Spätheimkehrer geeignet) draußen an die Türklinke gehängt werden.

Wir haben dann zuerst mal Fotos vom Zimmer gemacht, in dem auch gerade so schön das Sonnenlicht hereinfiel. Dabei bemerkte Jörg, dass er offensichtlich einen Adapter für seine Kamera im Leihwagen in Las Vegas vergessen hatte. Er ärgerte sich umso mehr, als das er das Teil erst kurz vor dem Urlaub gekauft hatte. Später sollte sich herausstellen, dass er seine Sonnenbrille mit angepasster Stärke ebenfalls vergessen hatte. Wir hatten das Auto zwar abschließend durchsucht, aber die Ablagemöglichkeiten waren so zahlreich, dass wir offensichtlich welche übersehen hatten und so ein schwarzer Plastikadapter in einem schwarzen Ablagefach … also immer abtasten und nicht nur nachschauen!

praktischer Hotel-Shuttle

Jede Stunde pendelte ein Shuttle zwischen den Best Western Hotels und dem Union Square. Eigentlich ein Fußweg von 15 Minuten, aber wahrscheinlich sollte vermieden werden, dass die Gäste durch Tenderloin zum Square spazierten; das einzige wenig empfehlenswerte Viertel im Umkreis der bekannten Sehenswürdigkeiten. Das sollten wir ein paar Tage später selbst feststellen, aber dazu später *grins*.

So nutzten wir den Shuttle, der uns mit einem ziemlichen Umweg zum Union Square brachte und uns direkt vor Macy´s, einer bekannten Kaufhauskette, auslud. So waren wir direkt im Getümmel zwischen Menschen aller Nationen, zwei Skater passierten uns, eine Limousine hielt vor dem Kaufhaus, Obdachlose suchten in Abfalleimern nach Glas- und Plastikflaschen. Schon auf der Fahrt waren uns eine Menge offensichtlicher Stadtstreicher aufgefallen und wir erinnerten uns, dass SanFran dafür bekannt sein sollte.

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San Francisco: Union Square

Stadtstreicher von San Francisco

Ich fasse das Thema nach unseren Erfahrungen mal kurz zusammen: Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt von den Obdachlosen bedroht gefühlt. Manche sitzen wie bei uns mit einem mehr oder weniger einfallsreichen Spruch an der Hauswand, aber viele lassen sich auch richtig etwas einfallen. Am Square war ein Mann, der auf Plastikflaschen, Hydranten, Kisten und Boden einfach sagenhaft Schlagzeug gespielt hat. Es scheint darunter einige gescheiterte Künstler zu geben. Die einen versuchen es mit Showeinlagen, die anderen mit Humor. Später am Wharf gab es einen, der an einem Hydranten saß, sich hinter zwei großen Blätterzweigen tarnte und weibliche Touristinnen erschreckte … zur großen Belustigung eines Publikums auf der anderen Straßenseite, zu dem wir auch gehörten. Als Dank für die Unterhaltung und schöne Fotogelegenheiten gibt man so einem Mann dann auch gerne ein paar Dollar ! Ich will nicht verschweigen, dass es auch Männer gab, die lauthals gegen Gott und die Welt brüllten und schimpften, was sich aber nie gegen jemanden bestimmtes richtete und so auch einen gewissen Unterhaltungswert hatte.

Union Square

Also, zurück zum Union Square. Da wir 9% Rabattscheine für Macy´s im Portemonnaie hatten gingen wir direkt mal rein. Außer in den kleinen Geschäften in den Hotelpassagen waren wir seit Ankunft in den USA noch in keinem Kaufhaus gewesen. Ziemlich schnell wurden wir dann aber auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn Macy´s ist relativ teures Pflaster, zumindest mal gibt es hier keine Schnäppchenjagd und da machen dann die Rabattgutscheine auch nichts mehr gut dran.

Von den vielen verschiedenen Menschen, die einem so auf der Straße begegnen wollen wir hier zuerst mal ein kleines Mädchen im Macy´s erwähnen. Schätzungsweise 12 Jahre alt, dicklich, rosa langes Kleidchen und Prinzessinenkrönchen. In Deutschland undenkbar denke ich, aber dort sind manche Klischees keine Klischees sondern real life.

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San Francisco: Hotel The Westin St. Francis

Zum Abschluss landeten wir im Untergeschoss, wo es ausschließlich Möglichkeiten gab etwas zu essen. So kamen wir zu unserem ersten Eis von Ben & Jerry´s in Geschmacksrichtungen, die für Deutschland einfach nicht geeignet zu sein scheinen. Peanutbutter Swirl und Chocolate Therapy – wir hätten drin baden können!

Da es schon auf abends zuging und wir immer noch von dem Rat beeinflusst wurden, bei Dunkelheit besser wieder im Hotel zu sein, wollten wir die letzten Minuten bis zur Shuttle-Abholung nutzen und spazierten ein wenig herum, auch mit dem Hintergedanken mal zu schauen wo wir denn in der Nähe in ein paar Tagen unseren Leihwagen bei Alamo abholen würden.

In einem kleinen Laden der sich schlicht „Fred´s“ nannte und in dem ohne weiteres ein Tarantino-Überfall hätte gedreht werden können stand ein Latino-Skater-Jugendlicher an der Kasse. Hier besorgten wir uns ein paar Getränke fürs Hotel. Ich schreibe das extra so dramatisch, weil sich ein anfangs unheimlicher, von Vorurteilen geprägter Eindruck meist immer in Luft auflöst. Der Junge war zwar lässig, aber höflicher als so manche Boutique-Tante hier in Deutschland.

Am Union Square findet man noch das aus der Serie „Hotel“ das bekannte Hotel The Westin St. Francis in der Powell Street.  Die Serie habe ich gerne damals geschaut 🙂

Schließlich fuhren wir zurück ins Hotel und studierten die TV-Kanäle. Wir schauten irgendeine Folge von OC California und um 22 Uhr bestaunten wir die San Francisco Lokalnachrichten auf CBS 5, eine Lokalsenderausgabe von CBS. Es war wirklich interessant die Nachrichten der Stadt zu schauen, in der wir uns gerade aufhielten. Man fühlte sich fast direkt zu Hause und involviert.

Link-Tipps:

2 Kommentare zu “5. TAG: Goodbye Vegas! Hello San Francisco!

  1. Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, ein tolles Paar! Solltet ihr mal auf der Suche nach Ferienhäusern in Kalifornien sein, dann mekldet euch einfach! Ich bin euch gerne behilflich!

    • Hallo Dennis!
      Vielen Dank :)! Bisher waren wir in den USA immer dauernd unterwegs und nie wirklich lange an einem Ort geblieben, mit Ausnahme von 2 Wochen in San Francisco. Sollte sich das mal ändern, werden wir gerne auf das Angebot mit dem Ferienhaus zurückgreifen. Ich habe gesehen, dass auch Häuser auf Hawaii angeboten werden- da würde ich gerne in 2 Jahren meinem 40. Geburtstag verbringen.
      Momentan müssen wir wegen unserer alter und kranker Haustiere unsere Auslandsreisen wahrscheinlich für ein paar Jahre aussetzen. Wir hoffen, dass unsere beiden Katzen noch eine Weile bei uns bleiben wollen, zumindst so lange das ihre Gesundheit zulässt. Somit bleibt die Frage offen, ob Hawaii in 2016 realisierbar ist. Wir werden es aber auf jeden Fall nachholen ;).
      LG, Katharina

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