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Katharina & Joerg on tour

16. Tag: Yellowstone: Reisetipps, Eckdaten und die South Loop – die Südroute

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Vorwort zum Yellowstone National Park

Wildnis – oh Gott !

Zu Anfang müssen wir von unseren naiven Vorstellungen berichten. Kanada, Wildnis, Nationalpark, Campgrounds – oh je, was muss man da alles beachten wenn man da durch die Gegend geht wo es dort doch Bären und Wölfe gibt? Brauchen wir spezielle Kleidung und vielleicht eine Signalpistole oder einen Kompass?

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Yellowstons Nationalpark – die Straßen gehören den Bisons

Herrje, was für ein Unsinn. Wir erinnern uns: In Nordamerika kommt man mit dem Auto fast überall hin, wo es etwas zu sehen gibt; zur Not so nah an wilde Bisons, dass diese einem mit ihrem Fell die Scheinwerfer putzen – und das meine ich ernst.

Zugleich ist man immer sehr auf Sicherheit bedacht (man denke an die horrenden Schadensersatzklagen in den USA, die es von verantwortlichen Betreibern zu vermeiden gilt). Bevor es gefährlich wird ist man an 20 Schildern vorbei gelaufen auf denen das drauf steht.

Und dass man nicht zu wilden Bären hingeht um ihnen die Pfote zu schütteln sondern möglichst darauf achtet dass man zur Not immer schneller am Auto ist als er sollte jedem klar sein (aber auch das kann man hier überall in den grundsätzlichen Verhaltensregeln nachlesen).

Wir denken, die meisten Touristen machen im YNP dasselbe wie wir: Sie fahren im Auto mit etwa 40mp/h (statt der erlaubten 45) die ganz normal asphaltierten Routen ab und halten nach Tieren (oder geparkten Autos, was ungefähr dasselbe ist) Ausschau. Wenn es etwas zu sehen gibt, parkt man, steigt aus, beobachtet, steigt wieder ein und fährt weiter. Je nach potentieller Gefährlichkeit des Tieres verlässt man auch mal die Nähe des Autos, z.B. wenn das Tier wirklich weiter entfernt ist, es sich nur um einen einsamen harmlosen Elch handelt oder zwischen Dir und der Bisonherde ein Fluss (kein Bächlein) fließt.

Wirklich in die Natur kann man natürlich auch wandern; aber auch erst dann muss man sich meiner Meinung nach besser vorbereiten, sowohl im Bezug auf Ausrüstung als auch auf Verhaltensregeln. Und hier passiert es auch dem routiniertesten Naturforscher, dass er plötzlich unbeabsichtigt einen Bären sauer gemacht hat, aber das sind andere Kapitel. Tote gibt es hier, das muss man klar sagen, aber nicht bei „unserer“ Art hier zu reisen.

Ebenfalls besondere Regeln gibt es noch wenn man auf einem Campground in einer Hütte oder Reisemobil innerhalb des Parks übernachtet, aber auch das war für uns Hotelreisende uninteressant.

Und zumindest zu unserer Zeit war es auch nicht so, dass man stundenlang keinem Auto begegnet. Weder auf den Strecken zwischen den Nationalparks in Kanada und erst recht nicht innerhalb des YNP. Im Gegenteil; ich denke dass einem hier in der Hochsaison der Spaß vergeht. Schon wir haben wegen einem Adlernest an immer derselben Stelle in einem kleinen Stau gestanden und die Park Rangers mussten die Leute dazu auffordern die Straße nicht zu blockieren.

Also Fazit: Für normale Hotel-Urlauber mit Auto: Keine Panik. Zum aktuellen Wetter angemessene Klamotten und feste Schuhe oder Sportschuhe, genug Trinkwasser; Fertig. Und Twinkies natürlich 😉

Informiert Euch vor Eurem Urlaub über saisonal oder durch Baustellen bedingte Straßensperrungen im Park! Aber auch sonst ist diese Seite wegen anderer Mitteilungen Pflicht z.B. wegen Waldbränden etc. www.nps.gov

Die richtige Dauer des Aufenthalts im YNP

Anfangs hatten wir auch keine Ahnung wie viel Zeit wir hier einplanen sollten. Nun können wir aber schon einmal vorweg nehmen, dass 2 Tage das absolute Minimum für Eilige sind. Wenn man bedenkt, dass man dann ausgerechnet in den 2 Tagen dann auch noch mit dem Wetter Glück haben muss… man sollte sich unbedingt Pufferzeit für schlechtes Wetter einrechnen. Ich denke wir haben es mit unseren 7 Übernachtungen (5 ganze Tage) genau richtig gemacht – sonst lohnt sich die weite Anfahrt aus egal welcher Richtung nicht.

In den ersten 2 Tagen hatten wir gerade mal die allerwichtigsten Sachen gesehen und sind an einigen anderen Plätzen vorbeigefahren.

Nach oben gibt es zeitmäßig aber keine Grenze: Man kann hier jeden Tag auf Fotopirsch gehen und sich einzelne Plätze einfach genauer anschauen und genießen!

Der Westeingang des Parks liegt in unmittelbarer Nähe von West Yellowstone und zur Begrüßung empfing uns der YNP mit Schneefall bei maximal 4 Grad Celsius! Das hatte zwar seinen Reiz, aber wir wurden ganz still wenn wir daran dachten, wie das Wetter uns die nächsten Tage auf diese Weise unseren lang ersehnten YNP vermiesen könnte :-(((

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Bissons und Bluebird im Yellowstone Nationalpark

Yellowstone-Eckdaten

Yellowston ist der älteste Nationalpark der Welt und der größte der USA (8.987 km² ). Viele wilde Tiere haben hier ihr Zuhause. Drei Bundesstaaten teilen sich den Park, 98 % der Fläche liegen jedoch im Wyoming, 3 %  in Montana und nur 1 % in Idaho.

Der Nationalpark befindet sich zum großen Teil in der Caldera und über der tiefen Magmakammer des Yellowstone-Vulkans.  Die Magmakammer misst in der Länge 60 km, ist 40 km breit und hat eine Stärke von 10 km.  Der Yellowstone-Vulkan ist somit der größte Supervulkan auf dem amerikanischen Kontinent.

Der Nationalpark liegt ca. 2.440 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste Punkt (Eagle Peak)  befindet sich auf 3.462 Metern, der niedrigste  auf 1.620 Meter Höhe.

Aufbau des Parks

Den Park selbst kann man auf einer Route befahren, die etwa die Form einer 8 hat. Die obere Hälfte der 8 ist der North-Loop, die untere Hälfte ist der South-Loop und für beide Routen sollte man sich je mindestens einen Tag Zeit nehmen um das Gröbste zu sehen oder um sich –bei mehr Zeit- einfach zu orientieren.

An manchen Stellen der „8“ gibt es weitere Abzweigungen zu den jeweilig in der Nähe liegenden Ausgängen des Parks: Im Norden, im Osten und im Süden.

Unsere Einschätzung: Die Südroute bietet mehr Geysire und die Nordroute ist bergiger und hat eher den Schwerpunkt Tierbeobachtungen, obwohl auch hier ab und zu die Erde dampft und vor allem die „Hot Mammoth Springs“ bei schönem Wetter auch eine Muss-Attraktion sind. Gesehen haben muss man beide Routen!

Heute: Die Südschleife

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Yellowstone NP: Lower Geysir Baisin

Wir entschieden uns heute für die Südschleife und hatten keine wirkliche Ahnung, was uns erwartete, wie lange die Strecke war und wie sie beschaffen sein würde. Wegen dem schlechten Wetter wollten wir erst einmal nur eine Orientierungsfahrt machen und schauen, was wir uns bei schönem Wetter herauspicken würden. Schon daran merkt man, dass wir die Strecken am ersten Tag unterschätzt haben.

Als erstes fuhren wir das Lower Geysir Baisin an.

Lower Geysir Baisin

Es wehte ein wirklich kalter Wind und man sah schon vom Parkplatz aus wie Dampf flach bis über die Straße geweht wurde. Vor uns war eine graue Fläche, in der es immer wieder Löcher gab aus denen es dampfte oder sogar grauen Schlamm blubberte. Es sah mystisch aus, wenn andere Besucher für kurze Zeit auf ihren Wegen in den Wolken verschwanden. Weniger mystisch war der Geruch: Der Dampf stank. Der Geruch war irgendwo zwischen warmen faulen Eiern (der Dampf war warm) und Schwefel anzusiedeln. Schnell ins Auto, bevor uns die Hände abfroren! Heute waren wir nicht warm genug angezogen!

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Yellowstone NP: Lower Geysir Baisin

Schon bald merkten wir, dass man auf der Fahrt fast überall Bisons sehen kann; mal einzeln, mal eine ganze Herde. Schön! Manche liefen gemütlich die Straße entlang und verließen sie erst wenn sie Lust dazu hatten, so dass der Stau hinter ihnen weiterfahren konnte 🙂 Man fuhr auf Armlänge langsam an ihnen vorbei, wenn sie sich einem nicht gerade in den Weg stellten und direkt durchs (geschlossene) Beifahrerfenster anschauen (wie wir es bei einem anderen Auto fotografiert haben). Sie wirken friedlich und gemütlich, aber ihre Größe ist selbst neben einem Geländewagen respekteinflößend – die Schulterhöhe schafft es auf die Dachhöhe eines Jeeps- und wenn es um ihre Kälber geht, verstehen die fürsorglichen Tiere keinen Spaß.

Old Faithful Geysir

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Yellowstone Nationalpark: Old Faithful

Auf dem Gebiet des wohl bekanntesten Geysirs gibt es noch viel mehr Geysire. Eigentlich ist es eine große Fläche, aus der an verschiedenen Stellen die Geysire mit verschiedener Zuverlässigkeit und in verschiedenen zeitlichen Abständen lange Dampf ablassen – wie ein Ventil, das bei Erreichen eines bestimmten Drucks Gas ablässt um dann wieder bis zum nächsten Mal Druck aufzubauen.

Im Yellowstone befinden sich insgesamt über 300 Geysire.

Im Visitor Education Center kann man sich eine Karte geben lassen und einen Zeitplan sehen. Hier ist aufgelistet welcher Geysir heute wahrscheinlich wann ausbricht.

Der Old Faithful ist der Bekannteste, zwar nicht der Stärkste aber einer der zuverlässigsten Geysire.

Wir hatten Glück und die Sonne kam pünktlich zu seinem Ausbruch durch die Wolken! Viele Leute hatten sich an der Begrenzung versammelt und gewartet: Er fängt erst klein an (und man denkt, aha, das war´s schon?) aber wird dann unter immer kräftigerem Zischen immer stärker bis er seinen Höhepunkt erreicht und die Fontäne wieder an Höhe verliert. Das Spektakel dauert nur wenige Minuten, sah aber einfach klasse aus!

Der Old Faithful befindet sich in einer Höhe von 2.240 m über dem Meeresspiegel und ist seit über 300 Jahren aktiv.  Die Eruption erreicht eine Höhe bis zu 55 m und dieses Spektakel dauert ca. 5 min, dabei werden bis zu 32.000 Liter Wasser hochgeschleudert. Die Intervalle zwischen den Eruptionen variieren zwischen 60 und 110 min. Wer sich einen live Eindruck verschaffen möchte, kann sich den Old Faithful via Webcam anschauen.

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Mud Vulcano – Yellowstone NP

Mud Vulcano

Der Yellowstone Lake bot bei dem Wetter leider keine schöne Aussicht und wir hielten erst wieder am Mud Vulcano. Hier gingen wir den kurzen Trail von 0,5 Meilen. Der Schlammvulkan brodelte und blubberte und… stank wieder ganz ordentlich 🙂 Auf dem Rundweg lagen auf einer Wiese in Sichtweite im  Schneetreiben einzelne Bisons; das wirkte richtig schön winterlich auch wenn kein Schnee liegenblieb.

The Grand Canyon of the Yellowstone

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The Grand Canyon of the Yellowstone

Etwas weiter erlebten wir eine schöne Überraschung: Ein sagenhafter Ausblick von einem Lookout-Point runter auf einen Canyon und dem Yellowstone River. Ich traue mich kaum zu sagen, dass mir der Grand Canyon irgendwie zu groß war, weil man sich aufgrund fehlender optischer Vergleichsmöglichkeiten kaum eine Vorstellung von der Größe machen kann.

Aber hier dieser Canyon war tief und sehr schön, selbst bei diesem grauen Wetter heute! Und endlich ein richtig großer Wasserfall. Die in Kanada waren eher breit, aber der hier war richtig hoch! Zuerst sahen wir nur die Lower Falls.

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The Grand Canyon of the Yellowstone

Damit war unsere Südrunde beendet und wir kehrten zurück in den Ort, wo wir uns ein wenig in den kleinen Souvenir-Geschäften umschauten und etwas im netten Canyon Street Grill zu Abend gegessen haben.

 

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