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Katharina & Joerg on tour

6. TAG: San Francisco – Pride Parade

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Was uns hier besonders gefiel war die nächtliche Geräuschkulisse. Nein, nicht die Nachbarzimmer, sondern die Straße: Immer wieder hörte man in der Ferne Sirenen durch die Straßen hallen und bis spät abends spielte unten am Union Square ein Junge auf einer Trompete bluesige Melodien.

Schwer zu erklären, aber wir lieben es – es ist einfach irgendwie original US Großstadt.

pride parade san francisco

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Schon um 10:30 Uhr sollte die Parade am Anfang der Market Street starten; wir hatten uns leider vorher nicht informiert und sind zu spät aufgestanden. Etwa gegen 11:30 Uhr haben wir uns an der Kreuzung Powell & Market postiert. Es war tolles Wetter und soweit das Auge reichte standen Menschen entlang der Market St. Viele waren verkleidet oder einfach auffällig schräg, wenig oder gar nicht bekleidet 😀

An einer Stelle ließ sich eine Drag Queen mit Leuten fotografieren, an einer anderen waren Mädels auf das Dach einer Bushaltestelle geklettert um eine bessere Aussicht zu haben, wieder andere hielten sich erstaunlich lange an einem Laternenmast fest, die sie zum Teil erklommen hatten. Hier war der Bär los, aber von dem Zug konnten wir erst einmal kaum etwas sehen und irgendwie war noch nichts los. Im Nachhinein war klar, dass wir eigentlich genau richtig gekommen waren, denn der Zug war zwar schon unterwegs, aber gerade erst auf unserer Höhe angekommen.

Wir gingen die Straße weiter runter bis zu 1000 Market. Hier bekamen wir einen Platz in der 2.Reihe und irgendwann standen wir sogar vorne direkt an der Absperrung 🙂 Die Zuschauer waren wirklich überall, sogar Stühle und Leitern hatten sie mitgebracht LOL :-))

Jetzt waren wir mittendrin: Der Zug ist vom Prinzip her mit einem ewig langen Karnevalszug zu vergleichen, es gibt hier alles von einzelnen Mitläufern bis hin zu großartig geschmückten Wagen. In den Messages ging es um Gleichberechtigung, Legalisierung, Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Erlaubnis zu heiraten (New York hat das recht nun mit Wirkung zum 24.July 2011 als erster Staat eingeführt), gegen Beschneidung,  gegen AIDS, pro Gesundheit, Safer Sex usw.

pride parade san francisco

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Das Besondere: Anwälte, Politiker und andere Repräsentanten, die LGBT (lesbian, gay, bisexual, transgender) unterstützen, sind Teil des Zuges. Sie fahren meist mit ihrem Gefolge in geschmückten US-Oldtimer-Cabrios und werben mit Bannern und Magnetschildern am Auto für sich selbst; z.B. Anwälte, die damit werben, kostenlos homosexuelle Paare vor Gericht zu vertreten, wenn es um ihre Rechte als gleichberechtigtes Paar geht. Oder Politiker die sich für die Rechte der LGBT einsetzen.

Nicht nur viele Firmen wie Facebook, Google, WellsFargo, Bank of America, Macy´s etc präsentierten ihre gay oder gay-supportenden Mitarbeiter sondern auch die Polizei und die Feuerwehr. Und das finden wir schon klasse!

Nicht alle laufen verrückt gekleidet herum, aber trotzdem bekommt man hier die gesamt Palette zu sehen. Ein Highlight war wohl das Pferdegespann: Vorne in Geschirr eingespannte Menschen in schwarzen Lackkostümen mit Pferdemaske samt Mähne und Pferdefüßen, dahinter eine auch meist in Lack oder Latex gekleidete „Kutscherin“ samt Gerte oder Peitsche, welche die Zügel hielt :-)) Hammer.

Besonders mitreißend waren die teils älteren Pärchen: Auf ihrem Schild stand zum Beispiel: David & Donald 45 years. Wow, klasse 😯

Hier richtige „Männer“ in nietenbesetztem Leder auf ihren Harleys, dort ein als Penis Verkleideter, da ein Mann mit rosa Häschenohren, hier ein ganzer Show-Wagen voller Gewinner von Schönheitswettbewerben – und die sahen wirklich verdammt glatt aus 🙂

Dazu natürlich viel Musik oder durch Megaphone verkündete Messages. Manche Messages bestanden auch einfach darin, dass ein muskelbepackter Kerl in Ledertanga mit seinem aufladbaren Anschnalldildo Milch (hoffen wir mal, LOL) durch die Gegend spritzte :-))

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Ein Straßenmusiker in der Nähe der Market Street

Was für ein Erlebnis, was für ein Highlight 🙂

Hier mail ein Fremdvideo von diesem Spektakel: youtube

Erst nach 3,5 Stunden endete der Zug. Wir überlegten schon nach 2 Stunden was da noch alles kommen soll, aber es ging immer weiter 🙂 und irgendwann war leider mein Kameraspeicher voll. Katastrophe!

Schließlich sind wir erst mal zurück ins Hotel und haben alles gesichert. In der (relativ kleinen) Lobby gönnten wir uns Cookies, Kaffee und Tee und ruhten uns von dem Trubel aus.

Später sind wir noch etwas spazieren gegangen und haben uns den Weg zum nächsten Denny´s beschreiben lassen (816 Mission St). Preislich hat sich der Weg jedoch nicht gelohnt. Hier ist man zu zweit einfach direkt 35 USD los. Dabei hatte jeder wie üblich nur ein Gericht und ein Getränk. Teuer! Bisher kamen wir bei Dennys mit 25 USD locker klar; das ist wohl Frisco-Tarif.

Auf dem Weg zurück haben wir noch einen der Straßen-Schlagzeuger bewundert (die können das!) und haben unseren Getränkevorrat bei Walgreens aufgefüllt. Im Zimmer lief dann zum Abschluss die Aufzeichnung der PRIDE Parade im TV, die wir eben noch live gesehen hatten. Hier konnten wir noch ein paar Teile des Zugs nachholen, die wir so erst nicht richtig wahrgenommen hatten; auch der Kommentator war noch sehr hilfreich und erklärte Hintergründe zu den einzelnen größeren Teilnehmerwagen oder -gruppen.

Linktipp:

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